Form: Rund, geschwungen, gradlinig oder eckig? Material: Warm oder kalt, weich oder hart, glänzend oder matt, Natur oder Kultur, Holz, Lack, Glas, Stein, Metall, Geflecht, Leder, Filz oder Seide? Farbe: Schwarz, weiß, blau, rot, grün, gelb, orange, braun, beige, grau, violett? Licht: Direkt, indirekt, grell, ruhig, flächig, punktuell, weiß, gelb oder farbig? Unzählige Möglichkeiten, aber nur ganz wenige, die für Sie in Ihre Einrichtung wirklich passen.
Das Wissen um deren Wirkungsweisen, die Auswirkungen auf Sinnlichkeit und Emotion, sogar auf die Gesundheit, ist eine Kompetenz, die Sie von uns fordern können. Auf den folgenden Seiten geben wir Ihnen einen kleinen Einblick.
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Das Wissen um Gestaltungskriterien: Form, Material, Farbe, Licht
Gestaltungskriterium: Form
Der Begriff "form follows function" (Die Form folgt aus der Funktion) ist ein Gestaltungsleitsatz aus Design und Architektur. Die Form, die Gestaltung von Dingen soll sich dabei aus ihrer Funktion, ihrem Nutzungszweck ableiten. Umgekehrt kann man danach aus der Form auch eine Funktion ableiten. Der Begriff ist Teil eines berühmten Ausspruchs des amerikanischen Architekten und Hauptvertreters der Chicago School, Louis Sullivan, einem der ersten großen Hochhausarchitekten.
Besser als in der Architektur zeigt sich der Einfluss von "form follows function" in den am Bauhaus entwickelten Produkten. Der Einsatz neuartiger Werkstoffe und Technologien in den Werkstätten des Bauhauses eröffnete in der Entwicklung von Alltagsgegenständen oftmals revolutionäre Perspektiven – nicht zuletzt auch unter ökonomischen Gesichtspunkten – in der Gestaltung von Gebrauchsgegenständen aller Art, von der Lampe bis zur Architektur.
Gestaltungskriterium: Material
Schließen Sie einmal die Augen und streicheln Sie mit Ihrer einen Hand über eine gewachste Tischplatte aus Naturholz, danach mit der anderen über eine Tischplatte aus mattiertem Glas. Vielleicht machen Sie das noch einmal mit einer Linoleum- und Metalloberfläche. Sie werden ganz verschiedene Empfindungswelten spüren.
Vielleicht greifen Sie auch noch einmal in einen wolligweichen, hochflorigen Naturteppich oder streicheln einen Sisalteppich, lassen Sie Ihre Hand über genarbtes Leder oder über die mit Filz gepolsterte Rückenlehne eines Stuhls gleiten. Seide fühlt sich anders an als Leinen, Samt und Brokat eröffnen wiederum ganz andere Welten.
Letztlich, und diese Entscheidung trifft ausschließlich Ihr Empfinden und Ihr Gefühl, werden Sie sich wohl zwischen zwei Oberwelten entscheiden: "NATUR oder KULTUR". Zwischen dem, was uns die Natur an Materialien zur Verfügung stellt oder welche Werkstoffe uns der Mensch mit seiner Innovationskraft an die Hand gibt. Was nicht heißt, dass das sichere Händchen Ihres Einrichtungsberaters beide Kulturkreise von Materialien verbinden kann.
Gestaltungskriterium: Farbe
Eine Welt ohne Farben ist für die meisten von uns nicht vorstellbar. Denn was wäre die Sonne ohne ihr leuchtendes Gelb oder eine Wiese ohne ihr saftiges, erfrischendes Grün? Ganz zu schweigen vom Himmel, dessen Blau uns Entspannung und Wohlbefinden bringt.
Farben sind wie das Salz in der Suppe. Sie sind es, die das Leben bunt und spannend machen, die uns Wärme und Nähe oder auch Kühle und Distanz vermitteln. Farben sind nicht nur rein optische Nebensächlichkeiten, die beliebig austauschbar sind. Farben sind Gefühle. Kein Wunder, dass sie es auch sind, die letztendlich darüber entscheiden, ob wir uns in einem Raum wohlfühlen oder nicht, ob die Umgebung unsere Stimmung negativ oder positiv beeinflusst.
Jede Farbe hat ihre Zeit und jede Zeit hat ihre Farbe: Nach einer Phase üppiger Pracht folgt ein Zyklus zurückhaltender Schlichtheit, so die Erkenntnis der Farbforscher.
Gestaltungskriterium: Licht
Licht und Farbe liefern besondere Gestaltungsmöglichkeiten, denn sie vermitteln zwischen der materiellen Wirklichkeit des Raumes und sinnlicher Wahrnehmung. Vieles, was heute vom Verstand bestimmt ist, braucht Licht und Farbe, damit sich stimmige Atmosphären ergeben, die unsere Gefühle unmittelbar ansprechen.
Eine ganzheitliche Atmosphäre zu erzeugen gelingt dann, wenn das Zusammenspiel von Lichtquellen und Farben, von Oberflächen und Materialien sorgfältig ausbalanciert ist und sich alle Gestaltungsmittel einer Idee unterwerfen. Die fertige Raumgestaltung sollte stets den Eindruck erwecken, dass die Einrichtung ohne Licht und Farbgestaltung nicht vorstellbar wäre.
